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ERP / PPS / Prozesse > Grundlagen > Worfklow-Management Worfklow-Management
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Die Bestrebung, Organisationsstrukturen in Unternehmen prozessorientiert mit Hilfe
von so genannten Workflow-Systemen aufzubauen, möchte organisatorische Effizienzvorteile
nicht einschränken, indem rein funktional orientierte Informationssysteme
zum Einsatz kommen. Stattdessen sollen Software-Lösungen auf Basis von erweiterter
Standard-Software oder komplett individuell entwickelter Software zum Einsatz
kommen, welche betriebliche Prozessabläufe koordinieren, indem sie Tätigkeiten,
benötigte und eingepflegte Daten sowie berechtigte oder erforderliche Personen
auf Basis der modellierten Prozesse zusammen bringen. Als Ausgangspunkt für
dieses Gebiet der Büro-Automatisierung können die schon seit mehreren
Jahrzehnten genutzten Systeme zur zentralen Produktionsplanung und –steuerung
angesehen werden, deren erfolgreicher Einsatz nun auch in analoger Form für
die Dokumenten- und Datenbearbeitung umgesetzt werden sollte. Dieser Artikel gibt
einen Überblick über dieses Thema vor dem Hintergrund des Prozessmanagements.
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Workflow-Management-Systeme
Ein Workflowmanagement-System strukturiert und koordiniert einen Prozess, indem
es das enthaltene Konzeptwissen benutzt, um die Reihenfolge von Aktivitäten
überwachen oder sogar zu initiieren. Dabei stellt es automatisch entsprechende
Bearbeitungsmechanismen wie angepasste Formulare und mindestens benötigte
Daten zur Verfügung und kontrolliert die eingepflegten Daten anhand von
Kontrollregeln. Erstellt man ein solches Workflowmanagement-System, nutzt man
meistens eine grafische Modellierungskomponente, die teilweise auch in einer
entsprechenden Programmierumgebung vorhanden ist, die für die Implementierung
der individuellen neuen oder angepassten Software-Module verwendet wird. In
diesem Bereich gibt es trotz verschiedener Bemühungen keinen Standard,
sodass sich hier im praktischen Einsatz werkzeugabhängige Unterschiede
ergeben. Insbesondere XML (eXtensible Markup Language) ist eine wesentlich technische
Komponente für die Abbildung und Speicherung sowie Validierung, Übertragung
und Umwandlung von Daten.
Workflow-Life-Cycle und Funktionsweise
Für die Projekte zur Einrichtung eines Workflowmanagement-Systems gibt
es das Konzept des Workflow-Life-Cycle. Es schafft darüber hinaus auch
die Verbindung zwischen Prozessmodellierung und Workflowmanagement.
- Prozessmodellierung: In dieser Phase beschreibt man die Prozesse des Unternehmens
mit den Methoden der Geschäftsprozessmodellierung.
- Anreicherung für Workflows: Man überträgt die modellierten
Geschäftsprozesse dann in ein entsprechendes Werkzeug für die Workflowmodellierung.
Dieser Schritt repräsentiert dann auch bereits Teilaufgaben der Software-Architektur,
wenn hier später zu nutzende Werkzeuge und Programmier-Umgebungen zum
Einsatz kommen. Die Geschäftsprozesse werden während dieser Übertragung
mit weiteren Informationen workflow-spezifischer Natur angereichert. Dies
beinhaltet auch die Definition von Rollen in Form von abstrakten Aufgabenträgern,
die definierte, ihnen zugeordnete Aktivitäten ausführen können.
Im rahmen der Rollenauflösung wählt man zur Laufzeit dann konkrete
Systembenutzer aus, welche diese Rollen und damit die ihnen zugeordneten Aktivitäten
ausüben können.
- Laufzeit: Während der Laufzeit des Systems erstellt es aus so genannten
Workflow-Modellen für die verschiedenen betrieblichen Vorgängen
eine Workflow-Instanz. Die notwendigeweise auszuführenden Tätigkeiten,
die im Workflow-Modell enthalten sind, werden als Arbeitslisten abgerufen
und so gefiltert, dass der jeweilige Mitarbeiter die von ihm auszuführenden
Arbeiten erkennt. Die ausgeführten Aktivitäten werden in einem Audit-Trail
protokolliert, sodass auch die Statusübergange eines Prozesses (fertig,
begonnen, unterbrochen usw.) nachvollzogen werden können. Die Kontrolle
erfolgt dann eine Monitoring-Komponente, die ein Administrator bedienen kann.
Workflow-Life-Cycle
Effekte von Workflowmanagement-Systemen
Da der Einsatz von Prozessmangement-Techniken grundsätzlich in unterschiedlichen
Dimensionen Vorteile bedeutet, können auch beim Workflowmanagement ähnliche
Vorteile beobachtet werden. Der wohl wichtigste positive Effekt liegt allein
schon darin, dass überhaupt die Aktivitäten, die zur Durchführung
von Unternehmensaufgaben ausgeführt werden müssen, prozessorientiert
aufbereitet werden und dass dabei Geschäftsobjekte – im Regelfall
Geschäftsdokumente – strukturiert und kontrolliert bearbeitet werden.
Hier kann man Effizienzgewinne erwarten, die dadurch hervorgerufen werden, dass
die unterstützende Software Transportzeiten durch elektronische Speicherung
und Anzeige aufhebt und Liegezeiten durch strukturierte und angeleitete Bearbeitung
verringert. Die komplette elektronische Abwicklung von Aktivitäten sorgt
für eine Entkoppelung von Arbeitsplatz und Dokument, für die Möglichkeit,
anstehende Dokumentbearbeitung zu priorisieren, anzumahnen und zu erinnern sowie
organisatorisch auf unterschiedliche Art und Weise zu verteilen.
Während sich die zuvor beschriebenen Effekte auch finanziell positiv auswirken,
gibt es eine Reihe von weiteren Effekten, die zwar nicht finanziell messbar
sind, die allerdings insgesamt aufgrund von steigender Prozessqualität
auch als positiv eingestuft werden können. Durch die komplette elektronische
Abwicklung entsteht eine Möglichkeit, den gesamten Prozess in jedem Arbeitsschritt
nachvollziehbar zu machen und tatsächlich auch jederzeit Informationen
über Status und Bearbeitungsweisen abzurufen. Diese erhöhte Transparenz
führt zu einer einfachen und verbesserten Auskunftsfähigkeit gegenüber
traditioneller Bearbeitung. Die Arbeitsorganisation im Falle von Mitarbeiterausfall
durch Krankheit oder Urlaub gelingt aufgrund der hohen Standardisierung wesentlich
einfacher, was auch eine vereinfachte Einarbeitung von zusätzlichen Kräften
bedeutet.
Projektstruktur
Bei Projekten zur Planung, Auswahl, Entwicklung und Einführung von Workflowmanagement-Software
gibt es einen empfehlenswerten und sich teilweise aus technisch-organisatorischen
Notwendigkeiten ergebenden Projektverlauf , der in diesem Abschnitt dargestellt
werden soll.
- Projektvorbereitung: Diese Phase entspricht in vielen Punkten der ersten
Phase eines Geschäftsprozessmodellierungsprojektes. Hier sind das Projektteam
zu bilden, die Ziele zu definieren, das Budget festzulegen, wobei jeweils
aufgrund der Bedeutung und Tragweite eines solchen Projekts insbesondere Unternehmensverantwortliche
und Arbeitnehmerinteressen berücksichtigt werden müssen. Die Projektdurchführung
und die eingesetzten Methoden sind ebenfalls festzulegen.
- Analyse: Die technische Analyse ermittelt die Anforderungen für die
technische Entwicklung der Workflow-Anwendung. Strategisch ist es hier wichtig,
die Software mit der ansonsten im Unternehmen eingesetzten Software abzugleichen
und die Software in die IT-Landschaft einzubetten. Dies betrifft Fragen zur
allgemeinen Software-Architektur, Zugriffszahlen, Sicherheit, Programmiersprache
und Datenbank. In der organisatorischen Analyse beschäftigt man sich
Fragestellungen, welche Prozesse und Unternehmenseinheiten die Nutznießer
der zu erstellenden Workflow-Software sein sollen, d.h. welche Geschäftsprozesse
in der Software abgebildet werden sollen. In Abhängigkeit von der Projektgröße
kann dies genutzt werden (oder ist sogar von vorneherein inhaltlicher Bestandteil
des Projekts), um in der Ist-Analyse erkannte Schwachstellen neu zu konzipieren.
- Modellierung und Optimierung: Die Prozesse, die in der vorher gehenden Geschäftsprozessmodellierung
entdeckt und definiert wurden, können nun noch einmal optimiert und auf
die besondere Technik des Workflowmanagements angepasst werden. Oft kann keine
1:1-Übertragung stattfinden, sondern es müssen Anpassungen vorgenommen
werden, um einen Workflow aus einem Prozess abzuleiten.
- Marktanalyse und Systemauswahl: Auf Basis der in den vorher gehenden Phasen
gewonnenen Informationen und mit Blick auf die zusätzliche Zielsetzung
des Projekts muss nun ein geeignetes System gefunden werden. Dies hängt
auch unmittelbar mit den Möglichkeiten zusammen, die mit Hilfe einer
Neu-Programmierung oder einer Erweiterung überhaupt umgesetzt werden
können. Folgende Punkte können hier zur Bewertung herangezogen werden:
Plattform, Betriebssystem und unterstützte Programmiersprachen des Systems,
Plattform und Betriebssystem möglicher Client-Software, wirtschaftliche
und technische Kriterien wie Benutzerzahl und Sicherheitsüberlegungen.
- Implementierung: In dieser Phase findet nun die eigentliche Software-Entwicklung
statt, die nach den diversen theoretischen und konzeptionellen Überlegungen
ein traditionelles Software-Projekt als Teilprojekt beinhaltet. Die Server-Software
muss installiert und konfiguriert werden, die Client-Software muss entwickelt
oder angepasst werden, und Schnittstellen zu anderen Systemen sowie natürlich
zur Datenbasis müssen geschaffen werden.
- – Einführung: Die Einführung erfolgt dann aufgrund der Bedeutung,
die eine Workflow-Anwendung besitzt, mit besonderer Vorsicht. Empfehlenswert
ist eine Testphase mit Parallelbetrieb, sodass das neue System direkt neben
dem alten zum Einsatz kommen kann. Je nach Umfang der auszuliefernden Software
kann dieser Pilotbetrieb in einem Team oder sogar einer Unternehmenseinheit
zum Einsatz kommen. Wenn diese Pilotphase dann erfolgreich abgeschlossen ist,
kann sie flächendeckend installiert und genutzt werden
Projektstruktur bei Workflow-Projekten
Unterstützung durch die Comelio GmbH
Die Comelio GmbH bietet alle notwendigen Dienstleistungen an, um Workflowmanagement-Systeme
von Microsoft einzurichten und mit .NET-Programmierung zu erweitern. Vorab werden
im Rahmen eines Projekts zur Geschäftsprozessmodellierung die umzusetzenden
Arbeitsabläufe in prozessorientierter Weise erfasst und modelliert und
wird auch eine Abwägung getroffen, inwieweit ein Standard-System zum Einsatz
kommen kann, oder ob eine umfassende zusätzliche Programmierung notwendig
wird.
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