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Technologie-Beratung > Wissensmanagement > Modellierung Modellierung
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Dieser
Artikel beschreibt die verschiedenen Techniken, die zu Beginn eines Projekts
im Bereich Wissensmanagement anzuwenden sind und welche für eine Reihe
von Standard-Produkten und –verfahren die softwaretechnischen und wissenschaftlichen
Grundlagen bilden. Die Comelio GmbH beschäftigt sich in diesem Zusammenhang
sowohl mit den Entwicklung und Einführung von Software-Lösungen im
Bereich Wissensmanagement als auch mit der wissenschaftlichen und theoretischen
Begleitung eines solchen Projekts direkt im Unternehmen. Der Artikel greift
die Themenbereiche kognitive Modellierung und Lerntheorie auf.
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Modellierung im Bereich Wissensmanagement
Kognitive Modellierung
Die Vorgänge der Informationsverarbeitung, die der Mensch durchführt,
sind auf solche kognitiven Funktionen und Leistungen wie Wahrnehmung, Wissen,
Gedächtnis, Denken, Problemlösung, Lernen und Verstehen zurückzuführen.
Ein wissensbasierten System wird im Normalfall so konstruiert, dass die Vorgänge,
die ein Mensch automatisch durchführt, möglichst abgebildet werden.
Der Mensch erstellt aus den beiden Vorgängen Wahrnehmung und Sprachverständnis
in Kombination mit seinem bereits vorhandenem Vorwissen und der Erwatungshaltung,
die sich aus Erfahrungen und dem Vorwissen ergeben, sowie schließlich
persönlichen Ziele eine Abbildung einer Problem- bzw. Anwendungsdomäne.
Diese ist natürlich absolut subjektiv und kann erst durch Kommunikation
mit anderen Menschen (Kollektivierung) versachlicht werden. Diese subjektive
Repräsentation lässt sich als mentales Modell des Menschen verstehen,
das eine bestimmte Domäne beschreibt.
Ein wissensbasiertes System wird nun mit den Mitteln der so genannten kognitiven
Modellierung so strukturiert, das es gleichfalls in der Lage ist, solche mentalen
Modelle zu konstruieren. Dabei setzt man voraus, kognitive Leistungen softwaretechnisch
so umsetzen zu können, dass sie Symbolstrukturen manipulieren und dass
diese Manipulationen die menschlichen kognitiven Leistungen abbilden können.
Das interne Modell versteht sich dabei als Datenbasis, weil es die Anwendungsdomäne
repräsentiert, auf dem Operationen der Informationsverarbeitung ausgeführt
werden.

Kognitive Modellierung
Drei Schritte sind im Regelfall durchzuführen, um ein wissensbasiertes
System aufzubauen:
- Die Anwendungsdomäne muss konzeptualisiert werden. Hierbei müssen
die Strukturen, die dem Problemraum oder der Anwendungsdomäne zu Grunde
liegen, erkannt und beschrieben werden. Wichtiges muss von Unwichtigem getrennt
werden, um nur noch die relevanten Strukturen herauszufiltern. Ob es sich
dabei um tatsächlich vorhandene Objekte oder mehr um abstrakte Einheiten
handelt, ist dabei völlig unerheblich. Zwischen diesen identifizierten
und als wichtig erachteten Objekten stehen in einem Beziehungsgeflecht zueinander,
welches danach als Bindemasse ebenfalls beschrieben werden muss. Schließlich
gibt es in diesem Zusammenhang noch eine Menge an Funktionen, die mit den
Objekten verknüpft sind und sich entweder auf Basis der Objekteigenschaften
ergeben oder sich vielmehr aus den Beziehungen zwischen den Daten ableiten
lassen. Wenn die Anwendungsdomäne von ihren Strukturen und Funktionen
her beschrieben ist, gelangt man zum letzten Punkt: es müssen Regeln
für Schlussfolgerungen festgelegt werden, welche die Beziehungen und
die Eigenschaften der Objekte berücksichtigen und bereits auf Vorwissen
oder Annahmen zurückgehen.
- Im zweiten Schritt muss die Konzeptualisierung formalisiert werden. Dies
entspricht einer vorläufigen Strategie für die Problemlösung,
wobei die zu ihrer Ableitung notwendigen Daten beschrieben werden. Dies eignet
sich dann auch dazu, um Lücken in der Konzeptualisierung aufzudecken
und sinnvoll zu schließen.
- In einem dritten Schritt muss nun das die Formalisierung auch tatsächlich
in Form eines wissensbasierten Systems umgesetzt werden. Es ist üblich,
dass in einigen Punkten nun erst festgestellt wird, dass die vorherigen Arbeiten
unvollständig waren und nun endgültig korrekt abgebildet wurden.
Die Anwendungsdomäne wird, wenn bislang nur Testdaten enthalten waren,
nun endgültig mit sinnvollen Daten aufgefüllt, die Beziehungen werden
erstmalig eingerichtet und die Systematik zu ihrer Nutzung wird programmiert.
Bewertung der Modelle
Lerntheorie
Während die kognitive Modellierung bereits sehr viele softwaretechnische
Konzepte behandelte und hier nur ansatzweise verschiedene, sehr komplexe Techniken
erwähnte, ist für das Verständnis, wie ein solches System nützlich
sein kann und welche Prozesse es unterstützt, notwendig, den individuellen
und kollektiven Lernprozess zu verstehen. Diese beiden Prozesse sollen in diesem
Abschnitt kurz und mit zwei Abbildungen vorgestellt werden. Die psychologische
Komponenten im Rahmen von Projekten zum Wissensmanagement ist durchaus nicht
zu unterschätzen. Eine lernende Organisation wird durch Menschen gebildet,
die in formellen und informellen Gruppen zusammenkommen, sich austauschen, über
offizielle und inoffizielle Dienst- und Kommunikationswege Nachrichten austauschen
und in ihrer Gesamtheit Entscheidungen treffen und Handlungen ausführen.
Dabei sind individuelles und kollektives Lernen eng miteinander verzahnt.
Individuelles Lernen
Unter dem Begriff des individuellen Lernens versteht man normalerweise den
Erwerb neuen Wissens auf Basis von Informationen, die bewertet, strukturiert
und in einen (scheinbar) sinnvollen Zusammenhang gebracht werden. Dabei ist
also durchaus nicht alles, was als Wissen angesehen wird, auch tatsächliches
Wissen, sondern kann später wieder als falsch entlarvt werden. Wissen ist
dabei nicht notwendigerweise statisch oder wie ein besessener Gegenstand zu
betrachten, sondern konkretisiert sich auch in Handlungsweisen und unbewussten
Verhaltensmustern.
Die nachfolgende Abbildung zeigt den Regelkreis des individuellen Lernens.
Aus der Umwelt stammen Reize, Daten und Informationen, die vom Mensch wahrgenommen
werden. Bereits hier muss man betonen, dass der Mensch in vielfältiger
Weise für die Wahrnehmung bereits Wissen einsetzen kann, um wertvolle von
wertlosen Informationen zu trennen oder aus einem allgemeinen Rauschen Frühwarnsignale
zu identifizieren. Teilweise können auch hier Software-Lösungen dafür
sorgen, dass solche Informationen gefiltert werden, um überhaupt bewusst
zu werden. Nach der Wahrnehmung werden diese Informationen gewusst, wobei dies
als Besitzakt zu verstehen ist. Dieses Wissen kann reines Faktenwissen sein,
das sogar noch genutzt werden muss, oder das zunächst ausgewertet werden
soll. Lernen als nächster Schritt bedeutet dagegen, sich mit diesen erkannten
oder schon gewussten Fakten weiter zu beschäftigen, sie zu verarbeiten,
zu vergleichen, in Beziehung zu setzen und dann in umfangreichen Reflexionen
neues Wissen zu generieren, das insbesondere Zusammenhänge und Kausalitäten
berücksichtigt oder erst erzeugt hat. Dabei kann man sich das Lernen sowohl
als bewussten Vorgang wie auch als unbewusst ablaufenden, sich langsam entwickelnden
Prozess vorstellen. Auf Basis dieses neuen Wissens können dann Handlungen
ausgeführt werden, die auf Basis einer viel besseren Überlegung beruhen
und erwartungsgemäß zu besseren Ergebnissen führen.

Regelkreis individuelles Lernen
Kollektives Lernen
In einer Organisation gibt es zwar sehr viele individuelle Lernprozesse, wenn
bspw. neue Techniken und Verfahrensweisen von einzelnen Mitarbeitern gelernt
werden, aber im Regelfall entwickelt sich das Wissen in den Köpfen der
Mitarbeiter in einem Team synchron. Es findet in einem sozialen Umfeld statt
und kann ebenfalls wieder bewusst oder unbewusst erfolgen. Gerade das bewusste
Lernen oder der Versuch, unbewusste Lernprozesse bewusst zu mache, um sie zu
beschleunigen, hat neben positiven Wissenseffekten auch viele positive psychische
Effekte, die sich gegenseitig durch das Wir-Gefühl verstärken können.
Aus individuellen Zielen können so Gruppenziele und natürlich auch
erfolgreiche Gruppenhandlungen werden. Die einzelnen Mitarbeiter unternehmen
dabei ganz unterschiedliche Rollen, die sowohl klassische Rollen wie Lehrer-Schüler
beinhalten als auch solche wie studentisches Lernen in Arbeitsgruppen umfassen
können. In diesem Zusammenhang ist es auch oft sehr kritisch, wenn der
Alters- und Erfahrungsschatz oder die kulturelle Vielfalt nicht ausgewogen ist,
was gerade durch die Konzentration auf Mitarbeiter bestimmter Altersgruppen
als sehr nachteilig beurteilt werden muss. Im studentischen Lernen ist dagegen
eher ein partizipatives und gemeinschaftliches Lernen von Gleichrangigen zu
sehen. Es ermöglicht allen Gruppenmitgliedern, gleichmäßig zu
lernen und neues Wissen zu erwerben. Als kooperativen Lernprozess bezeichnet
man dagegen die Situation, in der fachlich asymmetrisch strukturierte Gruppen
durch gegenseitige Interaktion neues Wissen erwerben. Die Lernproblematik wird
dabei gelöst, wenn fachliche oder hierarchische Unterschiede aufgelöst
werden und gegenseitig und miteinander gelernt wird.
Die nachfolgende Abbildung zeigt diesen Prozess in einer ähnlichen Darstellung
wie zuvor. Hierbei verschränkt sich der individuelle mit dem kollektiven
Lernprozess. Aus individueller Wahrnehmung und individuellem Lernen wird individuelles
Wissen. Dieses wird allerdings durch Kommunikation und gemeinsame Reflexion
zu kollektivem Wissen und kollektiven sowie individuellen Handlungen.

Regelkreis kollektives Lernen
Unterstützung durch die Comelio GmbH
Die Berater der Comelio GmbH sind insbesondere in der software-technischen
Abbildung von Datenstrukturen und ihren Beziehungen tätig. Da sich jedoch
die Einrichtung und Planung von wissensbasierten Systemen gerade vor dem Hintergrund
eines Lernklimas und nur unter der Mitwirkung von möglichst vielen Mitarbeitern
vollzieht, ist ihnen die Berücksichtigung der theoretischen und psychologischen
Komponenten durchaus bewusst. Bei der Modellierung solcher Systeme ist insbesondere
der Einsatz von Ontologien ein regelmäßiges Arbeitsgebiet.
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